Eine Familie aus Schleswig Holstein – die in Bollewick ihr Glück findet

 

1998 in Groß Offenseth, ein Dorf in Schleswig Holstein, steht die Familie Dabelstein vor einer Entscheidung. Der Sohn Frank, fast erwachsen und in der Lehre, will auch Landwirt werden.

 

Die Familie bewirtschaftete 30 ha Land und 80 Milchkühe. Für die Zukunft reichte dieser Bertrieb für 2 Familien nicht aus. Es mußte rechtzeitig eine Lösung gefunden werden. Dabelsteins wandten sich an die “Landgesellschaft”, eine Institution, die Land und Höfe aufkauft, bzw. vermittelt. Die “Landgesellschaft” half ihnen bei der Suche nach neuen Möglichkeiten.

 

Zunächst schaute man sich in der nächsten Umgebung und dann ein Stückchen weiter, in Mecklenburg um. Mecklenburg wurde für sie immer interessanter, weil – wie Wilhelm Dabelstein meinte: “Hier hat das Preis- Leistungsverhältnis noch gestimmt!”. Ca. 3 Jahre haben sie gründlich und intensiev gesucht und sich über 20 Betriebe angeschaut.

 

Dann, 2001 ein entscheidender Hinweis der “Landgesellschaft”! In Bollewick soll ein Familienbetrieb aus Altersgründen verkauft werden.Für Familie Dabelstein war dieses Angebot perfekt. Die Größe und Lage des Betriebes stimmten und die Verhandlungen waren korrekt und ehrlich.

 

Im Herbst 2001 einigten sich beide Parteien und der Vertrag wurde unterzeichnet.

 

Am 1. April 2002 fiel der Startschuß für Familie Dabelstein und es wurde kein “Aprilscherz”. 360 ha Land und 150 Milchkühe wurden jetzt gemeinsam mit dem Sohn Frank bewirtschaftet.

 

In der Zwischenzeit ist viel passiert. Ein Haus wurde gebaut. Denn bis dahin wohnte man noch ganz spatanisch über dem Kuhstall. Frank fand seine Bäuerin und der Nachwuchs stellte sich schnell ein. Das Haus wurde zu eng. Marlene und Wilhelm Dabelstein bauten ein zweites Haus – ihr “Altenteil”, wie Beide sagen.

 

Heute betreuen die Senjor- und Junjor-Familien mit ihren Angestellten 220 Milchkühe, die jährlich 1,5 Milo Liter Milch produzieren. Es werden 80 ha Weizen, 80 ha Gerste, 80 ha Raps und 60 ha Mais angebaut. Der Rest der Ackerfläche sind Wiesen und Weiden.

 

Haus und Hof

                          Haus und Hof

 

Die Dabelsteins wären aber keine guten Bauern, wenn sie nicht über die Sicherheit ihres Betriebes nachdenken würden. In der Zeit, als die Milchpreise im “Keller” waren, wurde das Nachdenken über ein 2. Standbein immer dringlicher, denn solche und ähnliche Situation können immer wieder auftreten und einen Betrieb massiv gefährden.

 

Die Diskussionen und Beratungen in der Gemeinde, über Bio-Energie und Nahwärmenetz waren auch für die Familie Dabelstein ein entscheidender Faktor. Im Familienrat wurde beschlossen: “Eine Bio-Gasanlage ist das 2. Standbein und die Sicherheit für unseren Betrieb.”

 

2 Bio-Gas-Anlagen

Die Bio-Gas-Anlagen der Bauernfamilien          van der Ham und Dabelstein

 

Grundsteinlegung

Zur Erinnerung an die Grundsteinlegung

 

Am 06. Mai 2011 findet, nach fast endlosen Standortdiskussionen , die Grundsteinlegung statt. Nach einem Jahr Bauzeit wird die 2. Biogasanlage in Bollewick feierlich eingeweiht.

 

Feierliche Eröffnung der Bio-Gas-Anlage

Familie Dabelstein und Bürgermeister Bertold Meyer

 

Feierliche Eröffnung der Bio-Gas-Anlage

Viele Bollewicker und Gäste kamen und gratulierten

 

Stolz berichtet Wilhelm Dabelstein: “Unsere Bio-Gasanlage “schluckt” alles. Sie kann Dung, Silage, Gülle, Straßenschnitt, Holzhackschnitzel usw. verarbeiten. Was am Ende wieder raus kommt, sind flüssige und feste Gärreste, die wir ohne Bedenken auf unsere Felder bringen. Diese Gährreste sind hervorragende Düngemittel, weil praktisch keine Nährstoffe verloren gehen und das Ganze “duftet” fast schon wieder. Vielleicht kann man mit den festen Gährresten ein 3. Standbein aufbauen, schmunzelt Wilhelm verschmitzt. (Bester natürlicher Dünger für die Kleingärtner, zur jeder Zeit vom Hof abholbar?!)”

 

Schlachtefest

              “Buer Dabelstein” in der Mitte

 

Wilhelm und Marlene Dabelstein sind sich einig: “Wir haben in Bollewick unsere 2. Heimat gefunden und fühlen uns hier wohl.” Für die Dabelsteins ist der Kontakt zu den Menschen im Ort und die Geselligkeit sehr wichig.

 

Jedes Jahr im Februar zum Schlachtefest in der Scheune, wird Wilhelm Dabelstein zum “Buer Dabelstein”. Mit Arbeitskluft und Gummistiefel erzählt er den Gästen Läuschen und Riemels zum Thema Landwirtschaft und Schlachtezeit und führt durch den Abend mit bäuerlichem Witz.

 

Eine erstaunliche Geschichte soll auch noch schnell erzählt werden. Alle Dabelsteins waren sich einig: “Auf einen Bauernhof gehört ein Storch.” Im April 2009 wurde ein Telegrafenmast aus Beton mit einem Nest aus Metall und Weidenruten verkleidet, aufgestellt. Am gleichen Abend, bei einer Runde Bier mit den Nachbarn, gab es jede Menge Ratschläge zum Thema Storch. Der wichtigste Hinweis: “Ein Storch nistet nur auf einem Holzmast und einem Holznest. So wie das jetzt ist, wird das nichts!”

 

Am nächsten Morgen, die große Überraschung, ein Storchenpaar hat sich das Nest angeschaut und für gut befunden.

 

Wilhelm Dabelstein konnte jetzt kontern: “Auch ein Storch schaut sich die Menschen an, bevor er eine Familie gründet!”

 

Die Storchenfamilie

                    Die Storchenfamilie

 

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