“Der Nord – Süd – Gipfel” – ein Reisebericht

 

Mittwoch, 07.November 2012 um 4.30 Uhr – es ist noch dunkel und viele drehen sich in ihrem Bett noch einmal um. Aber 8 Personen treffen sich vor der Feldsteinscheune in Bollewick. Sie haben teilweise schon eine recht lange Fahrt hinter sich. Sie kommen aus 18145 Rostock, 17168 Groß Wüstenfelde, 23974 Neuburg, 17391 Stolpe an der Peene, 18249 Quarlitz und Bollewick. Was treibt uns so früh auf die Straße?                                Wir machen eine Exkursion in den Süden der Republik, nach Erlangen und Wildpoldsried, in den Freistaat Bayern und das Besondere – wir fahren mit einem Feuerwehrauto! 

Die Firma Rehau, die ARGE Bioenergie Bollewick und die Bioenergiegemeinde Wilpoldsried haben zu einem   2 tägigen Workshop eingeladen.

Unser Fahrer ist Detlef Bressler, Gemeindevertreter und Leiter der FFW Bollewick.            Alle Anderen konnten sich entspannt zurücklegen, noch ein bischen schlafen oder diskutieren.

Gegen 11.00 Uhr kamen wir auch ohne Unterstützung eines Navi, nach dem die Stomzufuhr ausgefallen war, in Erlangen bei der Firma Rehau an.      Herzlich wurden wir von Frau Kefes und Herrn Jenne der Firma Rehau begrüßt.                Wir waren alle mächtig gespannt, was uns erwartet. Mit Vertretern aus den Bioenergiegemeinden im Frankenwald wollten wir uns über die Bereiche Projektentwicklung und Projektmultiplikation austauschen. Wir Gäste aus dem Norden, mit unterschiedlichen Funktionen und Arbeitsbereichen, aber alle der Bioenergie verschrieben, interessierte unter anderem: wie gingen andere Gemeinden den Weg zum Bioenergiedorf, welche Probleme gab es, wie wurden die Menschen einbezogen und motiviert? Welche Betreiber- und Finanzierungsmodelle gibt es?

Vorträge der Kollegen aus dem Frankenwald:

Nord Süd Gipfel Energievision Frankenwald Herr Kastner

Nord Süd Gipfel Effelter Herr Appel

Bürgermeister Herr Popp aus Merkendorf berichtete in seinem Vortrag, wie die Vision regionale Wertschöpfung in der Kommune eingeleitet und umgesetzt wurde.

Nord Süd Gipfel Merkendorf Herr Popp

Dr. Olaf Schätschen, ARGE Bollewick, sprach über die lokale Wertschöpfung der Gemeinde und die unternommenen Maßnahmen.

Nord Süd Gipfel Bollewick Herr Dr Schätzchen

Herr Jenne und Dr. Schätzchen

Durch Herrn Jenne (Firma Rehau) wurden die Themen und Schwerpunkte aus den Vorträgen herausgearbeitet und für alle Teilnehmer des Workshops gut aufbereitet.         Es gab jetzt ausreichend Diskussionsstoff und ein Dankeschön an die Organisatoren.

Frau Kefes

Abschließend hatten Alle ein wenig Spaß, mit ernstem Hintergrund.                                 Nord Süd Gipfel Pedelec Fuhrpark

Die Fahrräder und das Elektro-Auto wurden mit Begeisterung

ausprobiert.

Etwas erschöpft, aber sehr zufrieden mit dem Tagesverlauf fuhren wir nach Nürnberg und nahmen unsere Zimmer im Hotel für 2 Nächte in Besitz.

Zu Abschluß des Tages wurden wir von der Firma Rehau zu einem leckeren Abendessen in der Gaststätte “Alte Küchn” eingeladen.

Am nächsten Tag waren wir in Wildpoldsried, mit dem Bürgermeister Herrn Zengerle verabredet. 3 Stunden Fahrt lagen vor uns. In der Nacht war unser Bürgermeister, Bertold Meyer zu uns gestoßen. Er kam aus Berlin von einer Auszeichnungsveranstaltung und wurde von Marcel  Falk mit einem Schnäpschen begrüßt. (Leider kein Bild!)                    Auf der Fahrt und auf dem Rastplatz immer wieder Diskussionen und Meinungsaustausche.

Ankunft in Wildpolsried:Bis zu Mittagessen war noch ein bischen Zeit und “Man(n)” gönnte sich ein Maß Bayrisches Bier.

Nach dem Essen führte uns Bürgermeister Herr Zengele in das “Ökologische Bildungszentrum” der Gemeinde.

Ein Haus, in dem Gäste aus aller Welt, aber auch Berufsschüler, Schulklassen und wissbegierige Leute aus dem Norden wie wir, begrüßt werden.                                       Also praktizierter Umwelttourismus mit Führungen, Infoveranstaltungen usw., zur regionalen Wertschöpfung in der Kommune durch erneuerbarer Energie.

Der Vortrag von Herrn Zengerle mit vielen interessanten Aspekten, die zeigten, wie wichtig es ist, eine Vision zu haben und die Bürger der Gemeinde mit in dieses “Boot” zu holen. “Damit sollte man schon im Kindergarten und den Schulen von 1 – 4 Klasse anfangen.” meinte Herr Zengerle. Unsere Kinder machen nämlich einen “Energieführerschein”. Kindgemäße Einführung in regionale Wertschöpfung.                                                       Das ist durchaus nachahmenswert!

Es war ein Tag mit vielen interessanten Informationen und Eindrücken.

Ein Dankeschön an Bürgermeister Zengerle für den herzlichen Empfang in seiner Gemeinde.

Am  Abend und sogar am Frühstückstisch, wurden die Eindrücke der beiden Tage ausgiebig disskutiert.

Einige Meinungen der Teilnehmer des Workshops:

Ulrich Tuch, Firma TrigeniusUlrich Tuch, Firma Trigenius

Wichtig ist,das sich immer mehr Bürger an unsere Projekte beteiligen. Schornsteinfeger sollten in der Zukunft Energieberater werden.

Dr.Olaf Schätzchen, ARGE Bioenergie Bollewick

Im Interesse der Menschen, sollten Projekte professionell und erfolgreich umgesetzt werden.

Norbert Tack-Ender,  Vorstand BED eG

Wir brauchen mehr Aspekte für die Bürgerbeteiligung an Finanzierungen und funktionierende Organisationsmodelle.

Ernst Schützler, Koordinator Netzwerke REMV

Die Organisation war gut, wir hatten kompetente  Gesprächspartner und haben viele Endrücker gewonnen.

Marcel Falk, Bürgermeister in Stolpe an der PeeneMarcel Falk, Bürgermeister in Stolpe an der Peene

Für mich war der Workshop für meine Arbeit sehr ermutigent.

Bertold Meyer, Bürgermeister der Gemeinde Bollewick,  ARGE Bioenergiedorf Bollewick

In Wildpoldsried beeindruckte mich besonders die imposante Umsetzung des Projektes durch eine breite Bürgerbeteiligung. Die Menschen haben gelernt, mit Schwierigkeiten umzugehen und sich nicht unterkriegen lassen. Das sind wichtige Erkenntnisse, die auch in unsere Arbeit einfließen müssen.

Am Freitag,den 9. November traten wir die Heimreise an und sagten Nürnberg, die Stadt Albrecht Dürrers, auf Wiedersehen.

Als wir wieder in MV und an der Feldsteinscheune in Bollewick ankamen, war es bereits wieder dunkel.

Dr. Olaf Schätzchen schrieb am 14. November eine Mail an die Firma Rehau:

Liebe Frau Kefes , Lieber Herr Jenne,

In Namen aller Teilnehmer aus MV , möchte ich mich nochmals herzlich für die freundliche Aufnahme und Begleitung durch die Fa. Rehau und ganz speziell bei Ihnen bedanken.

Die Diskussionen auf der Rückfahrt haben gezeigt, dass viele wichtige Informationen und nachhaltige Eindrücke vermittelt wurden, die direkt in unsere Arbeit einfließen werden.

Wir rechnen auch in der Zukunft mit ihrer freundlichen Unterstützung und werden diese in der konkreten Arbeit rechtfertigen. Die ersten Bioenergiedörfer(BED) in MV werden real – da kann keiner mehr daran vorbei.

Wir freuen uns, Sie in MV und  den BED bald begrüßen zu dürfen.

Herzliche Grüße Olaf Schätzchen

Bioenergiedorf Bollewick  im Garten der Metropolen

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